Rechtebasierte Sozialpolitik: Kindheit und Jugend in einer inklusiven Gesellschaft, Stiftung Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik (ISOP) (Prof. Dr. Silvie Bovarnick, PhD)
Mit der Professur soll die Perspektive einer rechtebasierten
Sozialpolitik von Kindheit und Jugend in der interdisziplinären Sozialpolitikforschung etabliert und international anschlussfähig gemacht werden. Dabei werden konzeptionelle, methodologische, rechtliche und empirische Zugänge entwickelt, um mit jungen Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen zu erforschen, wie sie Formen sozialer Sicherung und die Verwirklichung ihrer Beteiligungs- und Teilhaberechte erfahren. Drei sozialpolitische Forschungsfelder werden insbesondere fokussiert: (1) Rechtebasierte Übergangsgestaltung in Ausbildung und Arbeit (Fokus: junge Menschen mit Behinderungen) sowie (2) International vergleichende Teilhabe- und Armutsforschung (Fokus: junge Menschen mit Fluchterfahrung) sowie (3) Sexualisierte Gewalt (Fokus: Menschenhandel mit Minderjährigen).
Vor dem Hintergrund des Rechts auf diskriminierungsfreie Teilhabe junger Menschen sowie einer erwachsenenzentrierten Wissenschaft werden durch partizipative Forschungsansätze neue Zugänge entwickelt, um junge Menschen in diversen Lebenslagen zentral an Forschungsprozessen und der Entwicklung neuer Forschungsfragen zu beteiligen. Die ethische Ausgestaltung und methodische Weiterentwicklung des „youth participatory research“ steht dabei im Mittelpunkt der Professur, ebenso wie eine interdisziplinäre Ausrichtung. Gerade die Entwicklungen hin zu einer inklusiven Kinder- und Jugendpolitik ist angewiesen auf eine starke Vernetzung von Erziehungs- und Sozialwissenschaft, Sozialpolitikforschung und Rechtswissenschaft und auf einen engen Transfer zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis.
Auch in der Lehre widmet sich die Professur dem Bereich der Sozialpolitik mit dem Schwerpunkt „Kindheit und Jugend“. Hier werden innovative und partizipative Methoden der „forschenden Lehre“ genutzt, um gemeinsam mit Studierenden neue Inhalte, Konzepte und Methoden zu erarbeiten. Ziel der Forschungs- und Lehrtätigkeit ist es, Studierende an aktuelle sozialpolitische Fragen heranzuführen; diese in interdisziplinäre und internationale Zusammenhänge einzuordnen; und ein Bewusstsein für die Relevanz einer rechte-basierten Sozialpolitik für Kindheit und Jugend zu schärfen. In Hinblick auf die Diversität von Adressat*innengruppen und die Bedeutung der multi-professionellen Arbeit in sozialen Handlungsfeldern spielt dies auch im Rahmen der Qualifizierung angehender Fachkräfte eine zunehmend wichtige Rolle.