Wie kann Homeoffice gelingen? Faire Lösungen aus Sicht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern

Projektträger: Universität Bielefeld

Ansprechpartner: Kristof Lintz; Projektleiter: Prof. Dr. Martin Diewald, Dr. Mareike Reiman

Bereits vor der Corona-Pandemie wurde Homeoffice in Politik, Gesellschaft und Wissenschaft teils leidenschaftlich diskutiert. So haben das Versprechen einer besseren Vereinbarkeit von Arbeit und Privatem sowie die Chance einer gleicheren Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern zur Forderung eines allgemeinen Rechts auf Homeoffice aus der Politik geführt. Allerdings sind auf Arbeitgeber- wie auch auf Arbeitnehmerseite Befürchtungen verbreitet, dass dies zu Lasten der Produktivität und der Zusammenarbeit mit Vorgesetzten sowie Kolleg*innen führt. Im Rahmen der Corona-Maßnahmen wurden viele Firmen vor die Herausforderung gestellt, sehr plötzlich Homeoffice neu einzuführen oder auszuweiten. Dadurch zeigte sich, dass Homeoffice an deutlich mehr Arbeitsplätzen möglich ist, als bisher eingeräumt wurde. Doch bedeuten die unter Druck entstandenen Homeoffice-Lösungen noch lange nicht, dass sie auch zur Zufriedenheit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern funktionieren und langfristig verstetigt werden können. Auch gibt es immer noch eine Lücke zwischen gewünschten aber nicht angebotenen Umsetzungen einerseits, und erzwungenen aber nicht erwünschten Implementierungen andererseits. Es bleibt also nach wie vor die Frage offen, wie der Bedarf an Homeoffice auf Arbeitgeber- wie auf Arbeitnehmerseite am besten bedient werden kann. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ohne Planungsabteilungen eigene Lösungen zu entwickeln. Dabei gibt es offensichtlich nicht „die“ Lösung für Homeoffice, sondern verschiedene formale und informelle Regelungen sind mehr oder weniger dazu geeignet, bestimmte definierte Dilemmata bei der Implementierung von Homeoffice in die eine oder andere Richtung aufzulösen.

Unser Ziel ist es, für verschiedene Arbeitsplatzbedingungen Spielräume für funktionierende, so weit wie möglich allseits als fair empfundene Lösungen auszuloten. Im Rahmen der geplanten Studie sollen insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen sowie einige wenige Großbetriebe in der Region Ostwestfalen mit einem webbasierten Survey im Umfang von 20 Minuten für Beschäftigte (mit und ohne Personalverantwortung) sowie zusätzlichen Experteninterviews zur Beschäftigungspolitik des Unternehmens untersucht werden (sog. Employer-Employee-Design). Zusätzlich vergleichen werden die Ergebnisse dieser Studie mit einer bereits laufenden repräsentativen Untersuchung zum gleichen Thema ausschließlich in Großbetrieben verglichen.