Ausmaß, Ursachen und Folgen der Nichtinanspruchnahme von Kurzarbeitergeld während der Corona-Pandemie

Projektträger: Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA)

Ansprechpartner: Prof. Dr. Deborah Jackwerth-Rice

Das geplante Forschungsprojekt untersucht strukturelle Lücken bei der Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld (KUG) und die damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Problemlagen. Genauer soll es um die Frage gehen, warum und mit welchen Folgen Betriebe, die während des Corona-bedingten Lockdown von Schließungen oder erheblichen Arbeitsausfällen betroffen waren, kein KUG in Anspruch genommen haben. Gründe hierfür könnten beispielsweise Unkenntnis seitens der Betriebsinhaber oder Überforderung mit den Modalitäten der Antragsstellung sein. Da große und mittlere Unternehmen in der Regel über eine professionelle Lohnbuchhaltung verfügen, dürfte es sich bei den betroffenen Unternehmen vorrangig um kleine bzw. Kleinstbetriebe (< 10 Angestellte) handeln, die ihre Lohnbuchhaltung selbst durchführen oder mit kleinen externen Lohnbüros zusammenarbeiten. Am Beispiel von zwei Branchen, die von den Auswirkungen des  Lockdown besonders betroffen waren (Frisörsalons und Zahnarztpraxen) soll das geplante Forschungsprojekt untersuchen, warum 19 Prozent der anspruchsberechtigten Frisörsalons
und 29 Prozent der anspruchsberechtigten Zahnarztpraxen seit März 2020 keine Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit angezeigt haben (Datenquelle: Interne Statistik der BA).

Hierzu soll mittels Interviews in zwei großen Großstädten (Leipzig, Dortmund) und zwei
großen Mittelstädten (Stralsund, Schweinfurt) erhoben werden, was die Gründe für die
Nichtinanspruchnahme von KUG sind und welche Folgen die Nichtinanspruchnahme für die
Betriebsinhaber und deren Angestellte hatte. Auf dieser Grundlage sollen in einem weiteren
Schritt Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, wie die Inanspruchnahme von KUG unter
Kleinstbetrieben erhöht und damit Insolvenzen bzw. persönlichen/familiären Notlagen
entgegengewirkt werden kann.