Scheidung, Trennung und die soziale Sicherung von Frauen in Deutschland

Projektträger: Hertie School of Governance

Ansprechpartnerin: Michaela Kreyenfeld, Hertie School of Governance (E-Mail schreiben)

Ähnlich wie in anderen europäischen Ländern auch bestimmen hohe Scheidungs- und Trennungsraten die Familienstrukturen in Deutschland. Dieses Projekt befasst sich mit der Bedeutung dieser Entwicklungen für die soziale Sicherung von Frauen. Im ersten Teil des Projekts wird deskriptiv dargestellt, wie sich das Erwerbsverhalten von Frauen nach Trennung und Scheidung entwickelt und wie sich die Muster nach Region, Kinderzahl, Alter der Kinder bei Trennung und der bisherigen Erwerbsbiographie unterscheiden und im Zeitverlauf verändert haben. Im zweiten Teil wird kausalanalytisch der Einfluss sozialpolitischer Rahmenbedingungen auf das Erwerbsverhalten von geschiedenen Frauen untersucht. Im Zentrum steht hier vor allem die Unterhaltsrechtsreform 2008, durch die die Möglichkeiten des nachehelichen Unterhalts einschränkt worden sind und somit vor allem geschiedene Frauen verstärkt selbst für den eigenen Lebensunterhalt aufkommen müssen. Der dritte Teil des Projekts befasst sich mit dem langfristigen Effekt von Scheidung und Trennung für die Alterssicherung von Frauen. Insbesondere wird dargestellt, wie sich Brüche in den Erwerbs- und Partnerschaftsbiographien auf die Anwartschaften in der gesetzlichen Alterssicherung auswirken. Als Datenbasis verwenden wir vor allem die Registerdaten der deutschen Rentenversicherung. Die Versichertenkontenstichprobe, die mit der Versorgungsausgleichsstatistik verbunden wurde, enthält nicht nur monatsgenaue Erwerbsverläufe, sondern ebenfalls detaillierte Informationen zum Scheidungszeitpunkt und zum Versorgungsausgleich von Geschiedenen. Mit den Registerdaten der Rentenversicherung kann jedoch nur das Verhalten von geschiedenen Personen analysiert werden. Die Pluralität der Familienstrukturen, die sich auch in einem Anstieg nichtehelicher Lebensgemeinschaften, nichtehelicher oder allein erziehender Elternschaft zeigt, kann jedoch mit den Daten nicht abgebildet werden. Um einen umfassenden Einblick in den Zusammenhang von Lebensform, Erwerbstätigkeit und Alterssicherung von Frauen zu bekommen, ziehen wir daher zudem Befragungsdaten (pairfam, SHARE-RV) heran.

 

Aktuelles: Am 21. und 22. Mai 2019 veranstaltet das FIS-Projekt den Workshop "New Social Risks and Pension Policies in Europe"an der Hertie School in Berlin. Hier gibt es das Programm zum Download

 

Am 7. und 8. Dezember 2017 fand an der Hertie School of Governance in Berlin der Auftakt-Workshop des Projektes statt. Eine Zusammenfassung dieser Veranstaltung finden Sie hier.