FIS-Forum

Das erste FIS-FORUM des BMAS-Fördernetzwerks Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (FIS) stand unter dem Motto „Dialog, Strategie und Vernetzung“. Auf Einladung des BMAS trafen am 29. August 2017 im Humboldt Carré in Berlin mehr als 100 Teilnehmer/innen zusammen, darunter alle FIS-geförderten Wissenschaftler/innen, weiterhin Angehörige von Forschungsinstituten und Universitäten, sowie Vertreter/innen aus Politik und Verwaltung.

Die Veranstaltung wurde eröffnet von Yasmin Fahimi, Staatssekretärin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). In ihrer Rede beschrieb sie die fundamentale Notwendigkeit einer unabhängigen und interdisziplinären Sozialpolitikforschung für den Sozialstaat in Deutschland, sowie deren ganz konkreten Nutzen für das BMAS. In diesem Sinne sei das FIS-Fördernetzwerk des BMAS auch ein Mittel, dem Rückgang der Sozialpolitikforschung entgegenzutreten.

In anschließenden parallelen Streams hatten sämtliche FIS-geförderten Wissenschaftler/innen Gelegenheit, ihre Vorhaben vorzustellen und mit den anwesenden Teilnehmer/innen aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung zu diskutieren. Hierfür wurden die sechs Projekte, vier Nachwuchsgruppen sowie die vier Antragsteller/innen für Stiftungsprofessuren in thematischen Streams gruppiert. Dies waren:

  • Digitalisierung der Arbeitswelt
  • Sozialpolitik und besondere Problemlagen
  • Institutionelle Aspekte von Sozialpolitik und Sozialrecht
  • Lebensverlaufsperspektive, Zeitpolitik, Optionszeiten
  • Schnittstellen zu den Themen Gesundheit/Pflege
  • Weitere geförderte zukünftige Professuren

Im Anschluss bestand die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Postersession und im persönlichen Gespräch noch weitergehend zu den Vorhaben zu informieren und auszutauschen. Hierbei und während der Mittagspause konnten Kontakte geknüpft und Ideen ausgetauscht werden.

Am Nachmittag stellten Vertreter des BMAS aktuelle Forschungsperspektiven des BMAS vor. Moderiert von Frau Dr. Kropf wurden Fragen im Kontext der Armuts- und Reichtumsberichterstattung (ARB) sowie Fragen einer zukünftigen Arbeitsweltberichterstattung erörtert.

Die anschließende Podiumsdiskussion thematisierte unter der Überschrift Sozialpolitikforschung quo vadis? Perspektiven der Sozialpolitikforschung in Deutschland, mögliche Förderansätze sowie die Rolle und zukünftige Entwicklung des FIS. Auf dem Podium nahmen teil:

  • Benjamin Mikfeld (Leiter der Abteilung Grundsatzfragen des Sozialstaats, der Arbeitswelt und der sozialen Marktwirtschaft im BMAS),
  • Prof. Dr. Stephan Leibfried (Professor in der Abteilung Politische Ökonomie des Wohlfahrsstaates des SOCIUM Forschungszentrums Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen, Mitautor des Denkanstoßes „Zur Entwicklung von Forschung und Lehre zur Sozialpolitik an Universitäten in der BRD“),
  • Frau Prof. Dr. Karin Gottschall (Abteilungsleiterin des SOCIUM Forschungszentrums Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen und Mitglied im wissenschaftlichen Beirats des FIS)
  • Frau Knickrehm (Vorsitzende Richterin am Bundessozialgericht und Lehrbeauftragte für Sozialrecht an der Universität Kassel und der Georg-August-Universität Göttingen sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des FIS).

In der Diskussion wurde unter anderem die hohe Wichtigkeit von Interdisziplinarität und Anwendungsbezug in der sozialpolitisch ausgerichteten Grundlagenforschung herausgearbeitet. Es wurde betont, dass diese Aspekte auch von Seiten der forschungsfördernden Institutionen anerkannt und unterstützt werden sollten. In diesem Sinne wurde die interdisziplinäre Ausrichtung des FIS positiv hervorgehoben. Initiativen dieser Art sendeten zudem Signale, die sozialpolitische Grundlagenforschung auf der wissenschaftspolitischen Tagesordnung zu verankern. Gleichwohl wurde von mehreren Seiten hervorgehoben, dass der Rückgang der Sozialpolitikforschung noch weiterer Anstrengungen bedarf, welche über die aktuelle Ausstattung des FIS und über die Ressortgrenzen hinausgehen müssen.

In seinem Schlusswort richtete Herr Mikfeld den Blick auf den Beitrag der Wissenschaft für einen fruchtbaren Praxis-Transfer und betonte die Wichtigkeit, Forschungsergebnisse handlungsorientiert und verständlich zu kommunizieren, damit diese im politischen Diskurs aufgegriffen werden können.

Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung bestand weitere Möglichkeit für die Teilnehmer/innen, sich bei Kaffee und Kuchen auszutauschen und zu vernetzen.
Aufbauend auf den positiven Erfahrungen der diesjährigen Veranstaltung soll das FIS-FORUM in Zukunft einmal pro Jahr stattfinden. Auf diese Weise soll ein regelmäßiges Format etabliert werden für die Vernetzung und den inhaltlichen Austausch zwischen FIS-geförderten Wissenschaftler/innen sowie zwischen Wissenschaft, Politik und Verwaltung.

Weitere Informationen samt Postern zu allen geförderten FIS-Vorhaben finden Sie unter Projekte, Nachwuchsgruppen und Professuren.